Einzeln und doch gemeinsam


Line  Dance Gruppe des TSC Hemsbach tanzt online
Was kann eine Gruppe tun, die gerne üben und trainieren würde, in der aktuellen Situation aber nicht darf? Diese Frage stellte sich auch die Line Dance Gruppe des TSC Hemsbach von Marianne Heinrich. Klar war, dass alle irgendwie gemeinsam üben wollten und so suchte man das ganze Jahr über nach kreativen Möglichkeiten, um das Training durchzuführen.
Zu Jahresbeginn konnte die Gruppe noch gemeinsam im Dancefloor wie gewohnt trainieren. Aber schon im März mit dem ersten Lockdown musste ein Weg gefunden werden, um irgendwie gemeinsam tanzen zu können. Die Trainerin machte den Vorschlag ab sofort per Skype mit Tablet oder Laptop zu tanzen. Jeder einzeln  im heimischen Wohnzimmer, somit aber doch gemeinsam und zeitgleich. Trotz anfänglicher Skepsis auf Grund fehlender technischer oder fachlicher Voraussetzungen, schafften es letztlich fast alle Gruppenmitglieder, oft auch mit familiärer Hilfe, an den Proben teilzunehmen. So konnte man sich zweimal pro Woche online zum Üben treffen.
Natürlich wurde nicht nur getanzt, sondern darüber hinaus wurde auch erzählt und die wöchentlichen Übungsstunden wurden plötzlich für die Gruppe zum Highlight der Woche im tristen Corona Alltag. Ein Mitglied brachte es auf den Punkt als sie sagte „Man freut sich doch immer wenn man hört wie es den anderen geht und was sie gerade beschäftigt.“  Wichtig war es für die Trainerin sowie für die Tänzerinnen und dem Tänzer sich gegenseitig zu  sehen, sich auch einmal Mut zu machen und Zuversicht zu verbreiten. Aus einer Gruppe tanzender Individuen entwickelte sich so rasch eine verschworene Gemeinschaft, die sich keinesfalls aus den Augen verlieren wollte.
Ab Juni dann konnten die Übungsstunden wieder mit entsprechendem Abstand ins Freie auf die Alla-Hopp Anlage und das angrenzende Sportplatzgelände verlegt werden. Später im Jahr  tanzte die Gruppe aus fünfzehn Tänzerinnen und einem Tänzer in der Hans Michel- Halle. So konnten alle Corona Bestimmungen eingehalten werden. Mit dem zweiten Shutdown  ging aber auch dies nicht mehr.
Doch aus der Zeit des ersten Lockdowns im Frühjahr hatte die Gruppe ja Erfahrung und Übung im gemeinsamen Tanzen über Skype.  Und genau das wurde nun fast routiniert wieder aufgenommen. Getreu dem Motto der Trainerin Marianne Heinrich, „ Wir tanzen uns die Sorgen aus den Knochen“ wurde aber nicht nur Gelerntes wiederholt, sondern die Gruppe übte  den Tanz zu dem Song „Jerusalema“ ein, um ihren Zusammenhalt bei guter Laune zu demonstrieren.
Die Jerusalema- Challenge bringt seit Monaten weltweit Menschen zum Tanzen und verbreitet auf aller Welt positive Stimmung  in einer schwierigen Zeit. Verschiedenste Gruppierungen aus Betrieben und Vereinen tanzen gut gelaunt zu dieser Melodie aus Südafrika und präsentieren ihren Auftritt zur Ermunterung  aller Menschen im Netz.
Zum Jahresrückblick hat Marianne Heinrich nun mit ihrer Line Dance Gruppe des TSC Hemsbach einen kurzen Videofilm erstellt, der das erschwerte  gemeinsame Training im Laufe des Jahres 2020 dokumentiert.